Das Projekt entwickelt ein neues Verständnis von Place-Making-Strategien im industriell geprägten, urbanen Raum und fokussiert die Stärkung lokaler Gemeinschaften. Im Zentrum stehen der Aufbau sozialer Netzwerke, die Förderung interkulturellen Austauschs, die Unterstützung lokaler Produktionsketten sowie kulinarische Angebote. Gleichzeitig wird ein offener Raum für kulturelle und kreative Selbstbildung geschaffen.
Der Umbau des ehemaligen Orpil-Seifen-Werks im Lindener Hafen, im Westen Hannovers, markiert einen tiefgreifenden architektonischen Eingriff. Basierend auf einem Konzept, das sich an der Dynamik des Wassers orientiert, wurden die Nutzungseinheiten in modulare „Cubes“ gegliedert und über rund 3.000 m² mit flexibel nutzbaren Gemeinschaftsbereichen verbunden. Die bestehenden Wände des historischen Gebäudes wurden erhalten und durch bewusst radikale Eingriffe durchbrochen. Unregelmäßige, imperfekte Durchgänge erzählen vom Prozess der Aneignung und Transformation und machen den Umbau als offenen, sich weiterentwickelnden Zustand erfahrbar.
Die gezielt eingesetzte Imperfektion verweist auf einen reflektierten Umgang mit bestehenden Ressourcen sowie mit Zeit und Raum. Sie formuliert einen Gegenentwurf zur Vorstellung perfekter Architektur und öffnet den Blick für kulturelle Wertschöpfung durch das Weiterbauen im Bestand. Durch den Einsatz reversibler Konstruktionen und die Wiederverwendung originaler Bauelemente wird ein zukunfts- und anpassungsfähiges Fundament für kommende Transformationen geschaffen.