Gestaltung beginnt mit Wahrnehmung und dem eigenen Tun. In den Künstlerischen Gestaltungsgrundlagen erproben Studierende grundlegende gestalterische Prinzipien und entwickeln eigene Zugänge zum Entwerfen.
Im Mittelpunkt stehen Farbe, Form, Komposition, Raum, Körper, Material und Zeichnung. Dabei geht es um mehr als Techniken: Wie wird aus einer Beobachtung, einem Experiment oder einem Zufall eine Idee? Wie entwickelt sich aus intuitivem Handeln eine bewusste Entscheidung? Wie entstehen Atmosphäre, Ausdruck und Bedeutung?
Das analoge und handwerkliche Arbeiten ermöglicht unmittelbare Erfahrungen mit Material, Form, Proportion und Raum. Experiment und Intuition sind dabei wesentliche Ausgangspunkte für konzeptionelles Denken und eigenständige gestalterische Entwicklungen.
Die Grundlagen sind fachübergreifend angelegt. Studierende unterschiedlicher Bachelorstudiengänge arbeiten zu Beginn ihres Studiums in kleinen, gemischten Gruppen zusammen. Künstlerisch-gestalterische Impulse und Interventionen, die Expertise der Lehrenden sowie die Arbeit in Ateliers und Werkstätten eröffnen unterschiedliche Zugänge und Perspektiven. Austausch und Vernetzung entstehen dabei von Anfang an über die Grenzen des eigenen Studienfachs hinaus.
Die Erfahrungen aus den künstlerischen Grundlagen bilden zugleich eine Basis für den Transfer in die jeweilige Fachdisziplin. Fragen nach Komposition, Farbe, Material, Raum, Rhythmus und Atmosphäre spielen in Innenarchitektur, Mode, Szenografie, Kostüm und experimenteller Gestaltung jeweils eine andere – und zugleich verbindende – Rolle.
Ziel ist es, Studierende darin zu unterstützen, eigene gestalterische Prozesse und eine selbstbewusste gestalterische Haltung zu entwickeln: genau wahrzunehmen, neugierig zu bleiben, zu experimentieren, Entscheidungen zu treffen und aus dem eigenen Tun neue Ideen zu entwickeln. So entsteht Schritt für Schritt ein eigenes Selbstverständnis als Gestalter*in.
Werkstattwoche Wintersemester 2026/27
"Stell dir vor, es gibt Internet und keiner ist drin.“
Vom 28. 09. bis 02.10.2026 bildet die Werkstattwoche den gemeinsamen Auftakt in das Wintersemester. Rund 150 Studierende aus vier Studiengängen arbeiten eine Woche lang gemeinsam mit dem Kollegium der Künstlerischen Gestaltungsgrundlagen in unseren Werkstätten. Im Mittelpunkt stehen das praktische Erproben, der Austausch über Studiengangsgrenzen hinweg und das Kennenlernen unterschiedlicher Werkstätten, Materialien und gestalterischer Arbeitsweisen.
Ausstellungseröffnung: Freitag, 2. Oktober 2026, 13:00 Uhr
Zum Abschluss der Werkstattwoche werden die entstandenen Arbeiten und Ergebnisse gemeinsam präsentiert.
Ausstellungsdauer: 2.–15. Oktober 2026
Grundlagen der Gestaltung I Wintersemester 2026/27
Im Anschluss an die Werkstattwoche findet im Modul Grundlagen der Gestaltung I ein rotierendes, fachübergreifendes Seminarprogramm zu grundlegenden künstlerisch-gestalterischen Arbeitsweisen statt. Daran nehmen Studierende des ersten Semesters aus den drei Bachelorstudiengängen Innenarchitektur (BIA), MODE: konzept. design. kommunikation. (BMO) und Szenografie – Kostüm – Experimentelle Gestaltung (BSKE) teil.
Acht Studierendengruppen durchlaufen in zwei jeweils fünfwöchigen Turnussen vier thematische Stationen.
Turnus 1
15. Oktober – 9. November 2026
Turnus 2
16. November – 14. Dezember 2026
Zum Abschluss des zweiten Turnus ist am 14. Dezember 2026 eine gemeinsame Exkursion in den Kunstverein Hannover vorgesehen.
Die Turni 3 und 4 folgen im Sommersemester im
Modul Grundlagen der Gestaltung II
Auch das das Sommersemester startet im Rahmen des Moduls Grundlagen der Gestaltung II wieder mit einer Werkstattwoche.
Thematische Stationen der künsterischne Gestaltungsgrundlagen
Lehrperson: Barbara Hindahl LfbA
Raum wird als künstlerisches Handlungs- und Erfahrungsfeld untersucht. Ausgehend von Wahrnehmung, Bewegung und Beobachtung erproben die Studierenden, wie sich Räume durch Licht, Projektion, Fotografie, Video, Klang und zeichnerische oder installative Eingriffe verändern lassen. Dabei werden sowohl reale als auch mediale Räume und ihre Übergänge untersucht. Der öffentliche Raum kann ebenso zum Ausgangspunkt werden wie der konkrete Ausstellungsraum. Spielerische Experimente führen zu eigenen künstlerischen Fragestellungen und räumlichen Interventionen. Neben technischen Grundlagen geht es vor allem darum, ein Bewusstsein für räumliche Situationen zu entwickeln und zeitgenössische künstlerische Strategien kennenzulernen, zu erproben und auf die eigene gestalterische Praxis zu übertragen.
Lehrperson: Jaroen Jacobs, Lehrbeauftragter
Plastisches Gestalten bedeutet, Form nicht nur zu sehen, sondern körperlich und räumlich zu erfahren. Im direkten Umgang mit unterschiedlichen Materialien werden Volumen, Oberfläche, Gewicht, Konstruktion, Geste und Raum untersucht. Dabei können klassische bildhauerische Werkstoffe ebenso zum Einsatz kommen wie Alltagsgegenstände, Fundstücke oder vorhandene Mechanismen. Ausgangspunkt ist das experimentelle Arbeiten: Material wird erprobt, verändert, kombiniert und auf seine gestalterischen Möglichkeiten hin befragt. Die eigene Bewegung, Beobachtung und Vorstellungskraft werden dabei Teil des Entwurfsprozesses. Im gemeinsamen Austausch lernen die Studierenden, Entscheidungen wahrzunehmen und zu reflektieren und aus dem spielerischen Experiment eigenständige plastische und räumliche Ausdrucksformen zu entwickeln.
Lehrperson: Ulrike Schöller-Hufschmidt LfbA
Im Figürlichen Zeichnen werden Wahrnehmung und Bewusstsein für Körper, Figur, Raum und Bewegung geschärft. Anatomische Zeichenübungen, Kenntnisse über Morphologie und Proportionen des menschlichen Körpers verbinden sich mit dem genauen Beobachten und Mitdenken situativer und charakteristischer Modellpositionen. Unterschiedliche analoge Zeichentechniken und Materialien – etwa Kohle, Tusche, Graphit, verschiedene Papiere und einfache Drucktechniken – eröffnen unterschiedliche Möglichkeiten des Ausdrucks. Zeichnen wird dabei als forschender Prozess verstanden, in dem sich Beobachtung, Materialerfahrung und individuelle Handschrift miteinander verbinden. Gemeinsame Reflexionen sowie Beispiele aus Kunst, Literatur und Film erweitern die Auseinandersetzung mit der Darstellung des menschlichen Körpers in unterschiedlichen Zeiten und Kontexten.
Lehrperson: Prof. Dorothee Weinlich
Im Zentrum steht das Erproben und Verstehen von Komposition, Farbe, Form und visueller Ordnung. Mit analogen grafischen Verfahren wie Collage, Schichtung, Monotypie und Druckgrafik untersuchen die Studierenden Gestaltungsprinzipien, Blickführung, Rhythmus, Kontrast und Atmosphäre. In kleinen konzeptionellen Aufgaben werden Bild und Text miteinander verbunden und erste typografische und layoutbezogene Grundlagen erprobt. Das unmittelbare Arbeiten mit der Hand ermöglicht, gestalterische Entscheidungen zunächst intuitiv zu entwickeln und anschließend bewusst wahrzunehmen, zu benennen und weiterzuführen. Experiment und Reflexion greifen dabei ineinander. Ziel ist es, Vertrauen in die eigene gestalterische Intuition zu entwickeln und zugleich ein Vokabular zu erwerben, mit dem visuelle Entscheidungen begründet und auf unterschiedliche künstlerische und gestalterische Disziplinen übertragen werden können.
Lehrende
Professorin
Abt. Design und Medien (F3DM)
Raum: 1F.1.09
Ricklinger Stadtweg 120
30459 Hannover
Professorin, Design und Medien (F3DM)
Raum: 2F.1.03
Lissabonner Allee 1
30539
Hannover
Lehrkraft für besondere Aufgaben, Design und Medien (F3DM)
Raum: 2F.1.04
Lissabonner Allee 1
30539
Hannover
Lehrkraft für besondere Aufgaben, Design und Medien (F3DM)
Raum: 2F.1.04
Lissabonner Allee 1
30539
Hannover
Lehrkraft für besondere Aufgaben, Design und Medien (F3DM)
jeroen.jacobs(at)hs-hannover.de