Tom Wesse hinterfragt in seiner Arbeit Natur / Mythos / Konstrukt unser Naturbild und die damit verbundenen Vorstellungen. Der Naturbegriff und die Rolle des Menschen sind im Wandel. Die damit verbundenen Vorstellungen sind in Zeiten von menschengemachtem Klimawandel und dem Verlust vieler Arten, bei gleichzeitigem Verschwinden der letzten unberührten Orte, Gegenstand eines kritischen Diskurses, meist jedoch jenseits der breiten Öffentlichkeit. 
Die dualistische Vorstellung der Natur als das vom Menschen Abgetrennte ist ein gedankliches Konstrukt, genauso wie die meisten Räume, in denen wir Naturerfahrungen erleben. 
Dieser Dualismus begegnet uns oft auch bei den Bildern, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und bedienen oft die Narrative des unberührten Paradieses oder dessen Zerstörung. Die ausgestellten Bilder möchten diesen Perspektiven eine weitere hinzufügen. Farbige Infrarot-Fotografien widmen sich der Frage: Was ist Natur – Konstrukt oder verschwindender Mythos?

Tom Wesse (*1989 Halle (Saale)) hat Wirtschaftswissenschaften und Psychologie studiert. Nachfolgend hat er in Hannover Fotojournalismus und Dokumentarfotografie begonnen. Er war Teil mehrerer Redaktionen, unter anderem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

Tom Wesse


Bachelor Visual Journalism and Documentary Photography

Erstprüfer: V. Prof Anna Stemmler
Zweitprüfer: Florian Müller