DER STEIN - Marius von Mayenburg



Benjamin Fannrich


Meine Arbeit untersucht, wie Erinnerungen weiterwirken, auch wenn über sie geschwiegen wird – und wie Räume und Objekte zu Trägern verdrängter Vergangenheit werden. Ausgangspunkt ist Marius von Mayenburgs Stück Der Stein, das in fünf Zeitebenen die Geschichte eines Hauses und einer Familie erzählt, die sich durch Umschreibungen und Auslassungen an einen Mythos von Unschuld klammert. Enteignung, Schuld und Gewalt werden dabei zunehmend verschleiert, während die Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt. Mein Entwurf bezieht sich auf das Konzept des transgenerationalen Traumas: nicht verarbeitete Erfahrungen, die sich über Stimmungen, Schweigen und Lücken weitergeben. Das Bühnenbild übersetzt diese Dynamik in einen räumlichen Gedächtniskörper, in dem Schichten, Leerräume und Licht die Überlagerung von Erinnerung und Verdrängung sichtbar machen.

Benjamin Fannrich


Studiengang: Bachelor Stenografie – Kostüm – Experimentelle Gestaltung
Schwerpunkt: Szenografie

Erstprüfer: Bettina Meyer
Zweitprüfer: Anja-Katharina Lütgens


Fotograf: Benjamin Fannrich