Bibliotheksmanagement

Gestalte Informationszugänge

Moderne Bibliotheken versorgen ihre Nutzenden mit umfassenden und verlässlichen Informationen. Je nach Ausrichtung sammeln und erschließen sie die internationale Forschungsliteratur, aber auch vielfältige Unterhaltungsmedien wie Filme, Comics und Computerspiele; sie archivieren Forschungsdaten und bewahren das kulturelle Erbe. 

Darüber hinaus bieten Bibliotheken Veranstaltungen zu allen Themen der Informations- und Medienkompetenz, aber auch zu vielfältigen kulturellen und gesellschaftlichen Themen – sie fördern aktiv die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch ihren Einsatz für Informationsfreiheit, Teilhabe und Nachhaltigkeit. Das Berufsfeld Bibliothek zeichnet sich durch kooperatives und gemeinwohlorientiertes Arbeiten ebenso aus, wie durch eine einzigartige Verbindung von Menschen und Informationstechnologie. 

Bibliotheken sind multifunktionale Lern-, Bildungs- und Begegnungsorte, die neben Arbeits- und Kommunikationsbereichen vielfach auch Maker Spaces, Medienlabore, Co-working-Bereiche und andere Räume für kreative Tätigkeiten umfassen. Um diese vielfaltigen Angebote bieten zu können, arbeiten Bibliothekar*innen in unterschiedlichen Arbeitsbereichen daran, Medien und Informationen auszuwählen (Erwerbung), zugänglich zu machen (Erschließung) und aktiv an Menschen zu vermitteln (Benutzung). 

Vielfältige Aufgaben warten auf kreative Köpfe

Moderne Verfahren der Erwerbung ermöglichen Bibliotheken heute eine sehr schnelle Beschaffung genau der Publikationen und Dokumente, die ihre Nutzenden benötigen; elektronische Medien wie E-Books, E-Journals und Datenbanken, aber auch E-Audios und Streaming-Angebote für Filme werden dabei vielfach im Rahmen von Konsortien von vielen Bibliotheken gemeinschaftlich lizenziert. Bibliotheken setzen sich außerdem für möglichst offene Zugänge zu wissenschaftlicher Literatur ein und betreiben die digitale Infrastruktur für Forschungsdaten und Veröffentlichungen. Im Studium befassen Sie sich mit den vielfältigen rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – und mit der praktischen technischen Umsetzung.

Das Beschreiben und Verzeichnen der Medien in Bibliothekskatalogen (Erschließung) stellt sicher, dass Nutzende sie finden – auch wenn sie noch gar nicht genau wissen, wonach sie suchen. Auch in der Erschließung kooperieren Bibliotheken in Verbünden, tauschen untereinander Daten aus und erproben gemeinsam neue technische Verfahren wie den Einsatz maschinellen Lernens oder generativer Sprachmodelle („Künstliche Intelligenz“). Im Studium üben Sie verschiedene Erschließungsverfahren und lernen die vielfältigen IT-Systeme kennen, in denen bibliothekarische Daten verarbeitet werden.

Die Benutzung beginnt bei der Bibliothek als Ort: Auch hier kommen verstärkt technische Systeme zum Einsatz, wenn beispielsweise RFID-Transponder es Nutzenden ermöglichen, ihre Medien selbst an Verbuchungsstationen auszuleihen. Das erlaubt es den Bibliothekar*innen sich stärker auf die aktive Informationsvermittlung durch Auskunfts- und Schulungsangebote zu konzentrieren – egal ob diese in der Bibliothek oder online in Form von Chats, Webinaren und E-Tutorials stattfindet. Im Studium können Sie Ihre kommunikativen Fähigkeiten weiterentwickeln und sich gezielt mit verschiedenen Formaten und Inhalten der Informationskompetenz beschäftigen.

Kooperation und Kommunikation

Allen bibliothekarischen Arbeitsbereichen gemeinsam ist, dass die Aufgaben sehr stark kooperativ und mit Hilfe moderner IT-Lösungen ausgeführt werden. Publikations-, Daten- und Metadatenmanagement spielen in allen Arbeitsbereichen eine wichtige Rolle. Da Bibliotheken nicht kommerziell ausgerichtet sind, stehen die Qualität ihrer Angebote und Dienstleistungen sowie deren Ausrichtung an den Anforderungen der Nutzenden immer im Vordergrund, unabhängig von deren Alter, Herkunft oder Einkommen. Das macht Bibliotheken zu wichtigen Orten der Chancengleichheit. Bibliothekar*innen arbeiten in vielfältigen Zusammenhängen immer an der Schnittstelle zwischen Menschen, Medien und IT-Anwendungen.

Um am Ende gut für die Arbeit in Bibliotheken qualifiziert zu sein, wird im Bereich der Wahlpflichtmodule folgende Belegung empfohlen:

  • BIM-134 Praxis der Erschließung
  • BIM-253 Formalerschließung II
  • BIM-258 Open Data & Infrastrukturen
  • BIM-261 Informationsmarkt und Management von Informationseinrichtungen
  • BIM-266 Informationskompetenz II

Wenn Sie für eines Ihrer Praktika eine wissenschaftliche Bibliothek auswählen und Ihre Bachelorarbeit zu einem bibliothekarischen Themengebiet wählen, dann ist mit dem Studienabschluss zugleich die Laufbahnbefähigung für den Bibliotheksdienst verbunden. Mit diesem Abschluss ist eine Verbeamtung im Bibliotheksdienst möglich.

Mehr Informationen zu den Berufsperspektiven im Bibliothekswesen finden Sie auch auf der Webseite der Berufsverbände: meinjob-bibliothek.de