Mit Fulbright in die USA: PR-Studentin zwischen Nachhaltigkeit und kulturellem Austausch
Im August 2026 nahm Merle Müller-Brandes, Absolventin des Bachelorstudiengangs Public Relations an der Hochschule Hannover, am Fulbright-Sommerstudienprogramm „A Culture of Sustainability“ teil.
Gemeinsam mit 29 weiteren Studierenden aus Deutschland verbrachte sie vier Wochen in den USA, den größten Teil davon an der North Carolina State University.
Wie verändert sich der Blick auf Nachhaltigkeit, wenn Menschen unterschiedliche kulturelle Erfahrungen und fachliche Hintergründe mitbringen? Diese Frage zog sich durch viele Teile des Programms; in Lehrveranstaltungen und Gesprächen kamen die Teilnehmenden mit Studierenden, Promovierenden und Lehrenden verschiedener Fachrichtungen zusammen. Themen wie Environmental Justice machten dabei deutlich, wie stark gesellschaftliche Rahmenbedingungen beeinflussen können, welche Herausforderungen wahrgenommen und welche Lösungen als sinnvoll angesehen werden. Gemeinsame Programmpunkte mit US-amerikanischen und japanischen Studierenden machten den internationalen Austausch auch im Alltag erlebbar.
Die fachliche Bandbreite zeigte sich besonders in den Vorträgen an der NC State University. Inhaltlich reichte das Spektrum von der Blue Economy und erneuerbaren Energien bis hin zur globalen Sanitärversorgung. Auch die gesellschaftliche Seite technischer Entwicklungen spielte eine Rolle, etwa bei der Frage, wie politische Einstellungen die Akzeptanz von Solarenergie beeinflussen. Dabei blieb Nachhaltigkeit nicht auf Lehrveranstaltungen beschränkt: Bei Besuchen in Laboren und universitären Einrichtungen wurde auch sichtbar, wie die NC State solche Themen auf dem eigenen Campus aufgreift. Dazu gehörte beispielsweise das Food-Cycle-System der Universität mit Einblicken in Kompostierung und Lebensmittelanbau.
Viele der Fragen wurden zudem außerhalb der Universität aufgegriffen. So rückte bei der World Bank Group in Washington, D.C. nachhaltige Entwicklung im internationalen Kontext in den Mittelpunkt. Der Besuch des International Civil Rights Center & Museum eröffnete einen anderen Zugang und zeigte, wie eng heutige gesellschaftliche Fragen mit historischen Ereignissen verbunden sein können. Gerade dieser Wechsel war für Müller-Brandes ein wichtiger Teil des Aufenthalts. „Mir hat gefallen, dass Nachhaltigkeit nie losgelöst vom jeweiligen Kontext diskutiert wurde. Im Austausch hat sich immer wieder gezeigt, dass schon die Wahrnehmung eines Problems davon abhängen kann, welche Erfahrungen man mitbringt.“
Besonders interessant waren für Müller-Brandes auch die Fragen rund um Kooperation in internationalen Teams. Zusätzlich zum offiziellen Programm besuchte sie zwei PR-Lehrveranstaltungen an der NC State und konnte so erleben, wie Kommunikationsthemen in einem anderen Hochschulsystem behandelt werden. Im Austausch über interkulturelle Zusammenarbeit ging es unter anderem darum, welche Erwartungen Menschen an Kommunikation und Arbeitsweisen mitbringen und was passiert, wenn diese aufeinandertreffen. „Gerade im Arbeitsalltag hält man vieles schnell für selbstverständlich, weil man es aus dem eigenen Umfeld so kennt. Ich fand es daher sehr spannend, diese Vorstellungen einmal bewusst zu hinterfragen und mit anderen Perspektiven abzugleichen.“
Gegen Ende des Programms wechselte der Fokus von Vorträgen und Gesprächen noch einmal stärker zur eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Müller-Brandes beschäftigte sich in ihrer Gruppe mit der Frage, wie Bildungsniveau und Beschäftigungschancen in Indien zusammenhängen. Die Ergebnisse wurden in einem Research Poster aufbereitet und anschließend vor Lehrenden und Gästen der NC State University präsentiert.
Neben dem fachlichen Programm gehörte zu den vier Wochen auch, sich als Gruppe einen Alltag auf dem Campus aufzubauen und die Umgebung besser kennenzulernen. Nach den Veranstaltungen ging es beispielsweise zu Sportangeboten oder zu gemeinsamen Programmpunkten mit Gastfamilien. An freien Tagen blieb Zeit für Wanderungen und einen Besuch der Outer Banks.
Zurück in Deutschland setzt Merle Müller-Brandes ihr Studium im Masterstudiengang Kommunikationsmanagement an der Hochschule Hannover fort.
links: Finia Mieth (Stipendiatin und HsH-Studierende BA Angewandte Mathematik und Data Science)
Verleihung des Zertifikats von Koordinatorin nach erfolgreicher Abschlusspräsentation
Präsentation der Research Poster im Teaching and Visualization Lab, James B. Hunt Jr. Library
Besuch der World Bank Group in Washington, D.C
Besuch eines Baseballspiels der Durham Bulls
Besuch des Capitols in Washington, D.C.