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Weiterschreiben. Texte von Mut und Trauer

vom 30.09.2017, 18:00 Uhr bis 16.10.2017, 21:00 Uhr

© D. Chatard/B. Thieme
In einer künstlerischen Ausstellung im Lindener Rathaus zeigen Journalistik- und Fotografie-Studierende der Hochschule Hannover vom 30. September bis zum 16. Oktober Porträts der elf Stipendiaten des deutschen PEN-Zentrums. Vier fotografische Formen ergeben zusammen mit den Reportagen sowie Video- oder Hörfunkbeiträgen ein Gesamtwerk. Dieses soll den Autoren die Aufmerksamkeit verschaffen, die sie und ihre Geschichte verdienen. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 30. September, um 19.00 Uhr.

Detaillierte Informationen

Das Kooperationsprojekt zwischen dem PEN-Zentrum Deutschland und der HsH hatte das Ziel, auf das „Writers in Exile“-Programm aufmerksam zu machen und den Stipendiaten dieses Programms eine Stimme zu geben. Ein Jahr lang arbeiteten 35 Studierende unter der Leitung von der Journalistik-Professorin Gabriela Jaskulla und von dem Fotografie-Dozenten Knut Giebel mit elf Schriftstellern und Journalisten aus aller Welt zusammen, die aufgrund ihrer Wortkunst in ihren Heimatländern verfolgt und gefoltert wurden oder langjährige Haftstrafen absitzen mussten.

Im ersten Schritt wurden die Stipendiaten von einem kleinen Team von Wort- und Bildjournalisten an ihren Wohnorten in Deutschland besucht. Bei diesem Besuch lernten die Studierenden ihren Protagonisten kennen, verbrachten ein Wochenende mit ihm und erstellten ein schriftliches Porträt sowie eine narrative Fotostrecke, in der sein Leben hier in Deutschland gezeigt wird. In den Bildern und Texten wurden unter anderem Fragen nach Inspiration, Vorlieben und dem Blick in die Zukunft thematisiert.

Für den zweiten Schritt kamen die Stipendiaten in kleinen Gruppen nach Hannover. Ziel dieses Besuchs war es, die Person in fotografischen Teilprojekten weiter zu beschreiben. An den zwei Tagen wurden im Fotostudio der Hochschule Hannover klassische Porträts, Stillleben sowie Luminogramme erstellt, die in ihrer Bildsprache eine einheitliche Stimmung transportieren.

Mit dem Stillleben gelingt eine Reise in die Vergangenheit: Aus mitgebrachtem Bildmaterial der Autoren soll ein Eindruck davon entstehen, wo ihre Wurzeln liegen und was sie auf der Flucht erlebt und durchgestanden haben. In einem Luminogramm sind der Stipendiat und sein geschriebenes Werk in einem Bild vereint. Der Autor setzt dafür einen Schriftzug oder eine Zeichnung mittels einer Lichtquelle, z. B. einer Taschenlampe, in den Raum, der von der Kamera eingefangen wird. Hierbei stehen also Fotografie und Schrift nicht nebeneinander, sondern ergeben zusammen ein neues Werk.

„Das Wertvollste an dem Projekt war für mich, mit den wunderbaren Menschen zusammenzuarbeiten, die so viel erlebt haben und trotzdem so herzlich sind. Ich habe zum ersten Mal so ein großes Projekt mitbegleitet und konnte dadurch sehr viel lernen. Die Ausstellung und der Katalog werden genau so facettenreich und bunt sein wie die Stipendiaten des PEN-Zentrums“, sagt Arne Gutknecht, der im 7. Semester an der HsH Fotografie studiert und studentischer Koordinator vom fotografischen Teil des Projekts ist.

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine von derzeit weltweit 150 Schriftstellervereinigungen. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Besonders intensiv widmet sich der deutsche PEN dem international einmaligen Programm „Writers-in-Exile“ – nicht zuletzt resultierend aus seiner eigenen geschichtlichen Verantwortung. Dieses Programm holt die Schriftsteller aus ihren Heimatländern nach Deutschland, gibt ihnen eine Wohnung und ermutigt sie, sich wieder ihrer Kunst zu widmen. Träger der Kosten für das Stipendium ist das Auswärtige Amt.

Begleitprogramm:

Am Dienstag, 17. Oktober, von 11:00 bis 14:00 Uhr findet ein öffentlicher Workshop im Literaturhaus Hannover statt. Dieser Workshop richtet sich vor allem an Schüler*innen, aber auch an alle Interessierten, die wissen wollen, was man mit Social Networks bewegen kann und was nicht. Dabei sind folgende Autoren:

Amir Valle (Kuba),

Yamen Hussein (Syrien)

Liu Dejun (China)

Um 19:30 Uhr beginnt eine Podiumsdiskussion (Eintritt 10 Euro/erm. 6 Euro) mit:

Maynat Kurbanova (Tschetschenien)

Sanath Balasooriya (Sri Lanka

Enoh Meyomesse (Kamerun)

Najet Adouani (Tunesien)

Es moderiert Tabea Grzeszyk (Deutschlandfunk Kultur, Berlin)

Adresse des Literaturhauses Hannover: Sophienstraße 2, 30159 Hannover

 

Die feierliche Finissage, zu der auch die Stipendiaten des PEN-Zentrums eingeladen sind, ist am Montag, 16. Oktober, um 18:00 Uhr im Lindener Rathaus. Es sprechen: Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Regula Venske, Präsidentin des deutschen PEN, sowie Lehrende und Studierende der Hochschule Hannover.

 Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Lebensläufe der Stipendiaten können Sie hier herunterladen.

 


Hinweise zur Teilnahme

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Montag: 08:00 bis 18:00 Uhr

Dienstag: 08:00 bis 14:00 Uhr

Mittwoch: 08:00 bis 12:00 Uhr

Donnerstag: 08:00 bis 18:00 Uhr

Freitag: 08:00 bis 14:00 Uhr

 

Der Eintritt ist frei.

 



Amir Valle / Foto: Daniel Rodriguez
Enoh Meyomesse / Foto: D. Chatard und B. Thieme
Liu Dejun / Foto: D. Chatard und B. Thieme

Veranstaltungsadresse

Lindener Rathaus
Lindener Marktplatz 1
30449 Hannover


Öffentlichkeitsarbeit und Marketing 28.09.2017  
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