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4. Workshop Informationskompetenz

am 09.02.2017 von 09:30 bis 16:00 Uhr

Am Donnerstag, 9. Februar 2017, veranstalteten die Hochschule Hannover und die Technische Informationsbibliothek (TIB) den 4. Workshop Informationskompetenz an der Hochschule Hannover. Die Veranstaltung, die in Form eines BarCamps durchgeführt wurde, setzte sich mit Open Educational Resources (OER) auseinander.

Detaillierte Informationen

Bericht aus der Hochschule Hannover, Studiengang Informationsmanagement, zur Entwicklung von Informationskompetenz

Das Thema Open Educational Resources beschäftigt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bibliotheken und stößt auf Interesse und umfangreichen Informationsbedarf. So darf man die Ausgangssituation der 50 Teilnehmenden am 4. Workshop Informationskompetenz beschreiben. Als Initiatoren haben sich die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Kooperation mit der Hochschule Hannover (HsH) für ein BarCamp als Veranstaltungsformat entschieden. 

In ihrer Keynote hat Frau Dr. Ina Blümel, Mitarbeiterin der TIB und Vertretungsprofessorin an der Hochschule Hannover, den großen Bogen des Themas OER gespannt und auf die zahlreichen Aktivitäten im Bereich Open Science hingewiesen. Im Anschluss daran stellte Frau Sabine Stummeyer, ebenfalls Mitarbeiterin der TIB und Studierende im berufsbegleitenden Studiengang Informationsmanagement der HsH das Ergebnis des Studierendenprojekts ihrer Studiengruppe in Form eines Leitfades zu OER für Bibliotheken vor.

So gerüstet mit Informationen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Stärken und Schwächen von OER, der Rolle der Bibliotheken zu Erstellung und Bereitstellung von OER, rechtlichen Aspekten, dem Projekt Hamburg Open Online University und der Erstellung von OER sowohl technikfrei wie auch anhand einiger in Probeversionen bereitstehenden Software für Erklärfilme.

Als Stärken von OER wurden die kostenfreie Bereitstellung, die Möglichkeit der Weiterverarbeitung und des Remix und damit die Flexibilität und die Chance Informationen audiovisuell darzustellen herausgearbeitet. Demgegenüber sahen die Teilnehmenden große Herausforderungen. Sie formulieren für die Seite der Produzenten eine große Unsicherheit mit dem gesamten Thema OER, geringen Anreiz für Lehrende Bildungsinhalte offen bereitzustellen, da hierfür auch wenig Wertschätzung erwartet wird. Die Nutzung von OER wird mit der fehlenden Qualitätskontrolle zumindest behindert. Es wurden aber auch einige Chancen mit OER formuliert. So können bildungsferne bzw. bildungsarme Bevölkerungsschichten mit den Lernmaterialien erreicht werden. Stellen Lehrende die Lernmaterialen OER zur Verfügung, kann der Wandel von belehrender Pädagogik zu Lernbegleitung des Lehrenden gefördert werden. Nicht zu verachten ist die staatliche Förderung für dieses Themengebiet und damit die guten Aussichten für die Bewilligung von Projektmitteln. Als zentrales Risiko für OER wird immer wieder das Urheberrecht genannt. Zwei Sessions zu Urheberrecht beschäftigten sich mit Creative Commons als gängige Lizensierungsform für OER und deren Kompatibilität beim Remixen. 

Für Bibliotheken werden die Aufgaben der Beratung zu Urheberrechtsfragen, Beratung zur Erstellung von OER, der Recherche nach diesen Ressourcen, eigene Produktionen und Hosting für OER gesehen. Als Kooperationspartner kommen die E-Learning-Center der jeweiligen Hochschule, Medienpädagogen bei der Umsetzung von multimedialen Inhalten, Rechenzentren für die Bereitstellung der Infrastruktur und Justiziariate zur Rechtsberatung in Betracht.

Die Entwicklung von OER erfolgt in den Bibliotheken in zwei unterschiedlichen Richtungen: Top-down wird zunächst die Infrastruktur bereitgestellt, die Inhalte werden darauf folgend erstellt. Demgegenüber steht die Entwicklung botton-up, indem zunächst Inhalte erarbeitet werden, der Aufbau der Infrastruktur zieht nach. Beide Wege werden verfolgt.

Ein Beispiel für ein laufendes Projekt zu OER ist die Hamburg Open Online University. Sie hat zur Aufgabe für die Hansestadt Hamburg einen digitalen Raum zur Bereitstellung und zum Austausch von Lernmaterialien aufzubauen. Aufklärungsarbeit und die Entwicklung der Infrastruktur sind hier die herausragenden Themen.

OER lassen sich technikfrei auf Papier oder technikbasiert mit Software für Erklärfilme und Screencasts erstellen. In beiden Fällen ist die Erstellung eines Storyboards als Grundgerüst sinnvoll. Einige Teilnehmende übten sich im Scribblen zur technikfreien Gestaltung von Informationen. Kleine Erklärfilme lassen sich aber auch niedrigschwellig mit Software erstellen. Innerhalb kurzer Zeit haben sich TeilnehmerInnnen den Umgang mit Software erarbeitet und konnten zum Abschluss des Tages erste Erfolge präsentieren. Die Bedienung der Programme beschreiben die Teilnehmenden als intuitiv. Aber erst in kostenpflichtigen Versionen zeigt sich die ganze Bandbreite der Möglichkeiten.

Das Thema OER hat an diesem Tag das große Potenzial auf der einen Seite, aber auch die noch bestehende große Unsicherheit auf der anderen Seite gezeigt. Bibliotheken müssen hier Lobbyarbeit leisten, um OER die Unsicherheit zu nehmen und das Potenzial entfalten zu lassen.

Mit der Reakkreditierung 2017 werden die Lerninhalte zu „Vermittlung von Informationskompetenz“ gestärkt. Angeboten wird ein Seminar mit 2 Semesterwochenstunden zu Grundlagen der Didaktik. Hier stehen theoretische didaktische Inhalte, formelles / informelles Lernen und Veranstaltungsformate und Lernzielformulierung im Vordergrund. Darauf aufbauend wird ein Modul zu 4 Semesterwochenstunden angeboten, in dem eigene Konzepte zur Vermittlung von Informationskompetenz erstellt und durchgeführt werden sollen. Kompetenzen aus diesen beiden Kurse ermöglichen den Absolventen Tätigkeiten im Bereich Informationskompetenz auszuführen.


Veranstaltungsadresse

Hochschule Hannover
Expo Plaza 12
30539 Hannover


Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Fakultät III 27.02.2017  
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